Kriegsverse XXXIX.
Von Max v. Mallinckrodt, Haus Broich bei Weingarten, Kreis Euskirchen

Das Siegfriedherz.

Wir sprachen oft, zu oft vom Friedenswillen,
Wir boten immer wieder unsere Hand;
Die Andern haben nur sich abgewandt
Ob unsres Tuns frohlockend wohl im Stillen.

Wie starren Felsen Bäche sanft entquillen
Und Leben weckend wandern hin durchs Land,
So will das Volk, das unerschüttert stand,
Zugleich der Menschheit schönste Pflicht erfüllen.

Das aber werden Jene nie erfassen,
Sie wittern Tod, wo Lebensgeister walten,
Und Ohnmacht, wo sich neues Dasein regt;

Argwöhnisch werden fürder sie uns hassen,
Sie wissen: Siegfrieds Arm kann Berge spalten,
Nie kannten sie das Herz, das in ihm schlägt.




Entnommen: Eifelvereinsblatt 1917, Nr. 11, S. 162, Eifelverein Düren




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